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 Betreff des Beitrags: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 16. November 2014, 11:32 
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Beiträge: 258
In einem seiner hoch interessanten Bücher beschreibt Ekkehard Martens Philsophieren als elementare Kulturtechnik.
Martens beschreibt Philosophieren als eine Kulturtechnik, die in mehrfachem Sinne zu unserer Kultur gehört, als kulturelles Erbe, als allgemeines Merkmal der menschlichen Natur und zur Moderne gehörend, welche durch demokratische Willensbildung geprägt ist.

Philosophieren gehört zu einer sinnvollen, humanen und selbstbestimmten Lebensweise, ist als Kulturtechnik kultivierbar und unterstützt Kritikfähigkeit, Persönlichkeitsbildung und demokratisches Aufwachsen. Elementares Philosophieren entwickelt sich aus der Alltagspraxis des Denkens.
Martens betrachtet Philosophieren als elementare Kulturtechnik humaner Lebensgestaltung. Elementar, da Philosophieren die Grundannahmen unseres alltäglichen und wissenschaftlichen Denkens und Sprechens untersucht, um zu verstehen. Elementar, im Sinne von grundlegend, einfach und unverzichtbar.
Er begreift Philosophieren als elementare Kulturtechnik im Sinne von einfach, da sie keine Fachkenntnisse voraussetzt, sondern von jedermann praktiziert werden kann. Er bezeichnet Philosophieren als Kulturtechnik, da sie nicht von Natur aus gegeben ist, sondern entwickelt, kultiviert und gepflegt werden muss.

Unter Philosophieren verstehe ich eine bildungsrelevante Tätigkeit, die vom Fragen und Denken wie auch Weiterfragen, Hinterfragen und Weiterdenken lebt. Philosophieren fördert Selbstreflexion und Urteilskraft. Philosophieren ermutigt Menschen, eigenständig zu denken.

Wer lebensweltlich und alltagsbezogen philosophiert, der fragt, hinterfragt und denkt...

Wie stehen Glaubensgemeinschaften - wie steht SR - zum Philosophieren?

Nicht denken, fragen, hinterfragen und weiterdenken zu dürfen käme ja irgendwie geistigem Missbrauch gleich - was denkt ihr dazu?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Sonntag 16. November 2014, 14:37 
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Registriert: Donnerstag 6. Juni 2013, 17:16
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agnelli hat geschrieben:
Anton, gute Frage. In SR gabs ja viele Denkverbote. Außerdem hatte das Nachdenken über die Welt und was man so erlebt immer eine Schwierigkeit: sehr schnell wurde das ganze SR-System in meinem Kopf in Frage gestellt. So habe ich die Wahrnehmung um mich herum so lange bis zur Unkenntlichkeit verbogen, bis es ins SR-Weltbild wieder gepasst hat. Aus diesem Grund ist Lügen, Tricksen, Manipulieren eigentlich Teil von Sektensystemen, ohne dass es die Betroffenen noch so richtig merken. Das sieht man ja auch schön an Prophet Illig. Rückblickend war Illigs Aussage auf gnadenkinder kein Versprechen sondern ein ehrliches, verzweifeltes aber kurzes Aufbäumen:
15.3.2013: "… ich möchte mit Integrität und Transparenz vorwärts gehen ...“
Auch in ihm war die Sehnsucht nach diesen Werten zu spüren. Er ist längst wieder aktiver Teil des kranken Systems geworden – und nicht die Lösung. Das schönste nach SR war für mich: ich konnte zu mir selbst ehrlich sein. Einfach nur ehrlich. Das hat etwas befreiendes an sich.

Heute passe ich mein Weltbild meinen Erfahrungen an und nicht umgekehrt - wie früher. Weil das Leben so dicht ist und immer wieder neue Erfahrungen bringt.
Ich kenne mich mit Philosophie nicht aus. Aber das ehrliche Nachdenken über das Leben ohne Denkverbote ist keine Sünde sondern wichtig. Systeme, die davor Angst haben sind mir verdächtig. Wovor haben sie Angst? In Frage gestellt zu werden? Keine Antworten zu haben? Keine Antwort auf etwas zu haben ist nicht schlimm!
Allerdings sollte Philosophie am Ende das menschliche Miteinander fördern. Denn bei aller Theorie sind wir Teil konkreter menschlicher Beziehungen. Und die können belastend oder bereichernd sein.


A.


Philosophieren ist unbefangener Umgang mit Lebenserfahrungen. Philsophieren ist nichts abgehobenes, das nur irgendwelchen großen Denkern vorbehalten ist. Es handelt sich um eine lebensweltliche Praxis, sich mit sich und der Welt auseinanderzusetzen.

Spannende Fragen wären:
Warum passen manche Menschen ihre Erfahrungsmöglichkeiten einem Weltbild an?
Warum entwickeln sie kein individuelles Weltbild aufgrund ihrer Erfahrungen und Auseinandersetzungen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Mittwoch 19. November 2014, 22:59 
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Beiträge: 96
Anton hat geschrieben:
agnelli hat geschrieben:
Anton, gute Frage. In SR gabs ja viele Denkverbote. Außerdem hatte das Nachdenken über die Welt und was man so erlebt immer eine Schwierigkeit: sehr schnell wurde das ganze SR-System in meinem Kopf in Frage gestellt. So habe ich die Wahrnehmung um mich herum so lange bis zur Unkenntlichkeit verbogen, bis es ins SR-Weltbild wieder gepasst hat. Aus diesem Grund ist Lügen, Tricksen, Manipulieren eigentlich Teil von Sektensystemen, ohne dass es die Betroffenen noch so richtig merken. Das sieht man ja auch schön an Prophet Illig. Rückblickend war Illigs Aussage auf gnadenkinder kein Versprechen sondern ein ehrliches, verzweifeltes aber kurzes Aufbäumen:
15.3.2013: "… ich möchte mit Integrität und Transparenz vorwärts gehen ...“
Auch in ihm war die Sehnsucht nach diesen Werten zu spüren. Er ist längst wieder aktiver Teil des kranken Systems geworden – und nicht die Lösung. Das schönste nach SR war für mich: ich konnte zu mir selbst ehrlich sein. Einfach nur ehrlich. Das hat etwas befreiendes an sich.

Heute passe ich mein Weltbild meinen Erfahrungen an und nicht umgekehrt - wie früher. Weil das Leben so dicht ist und immer wieder neue Erfahrungen bringt.
Ich kenne mich mit Philosophie nicht aus. Aber das ehrliche Nachdenken über das Leben ohne Denkverbote ist keine Sünde sondern wichtig. Systeme, die davor Angst haben sind mir verdächtig. Wovor haben sie Angst? In Frage gestellt zu werden? Keine Antworten zu haben? Keine Antwort auf etwas zu haben ist nicht schlimm!
Allerdings sollte Philosophie am Ende das menschliche Miteinander fördern. Denn bei aller Theorie sind wir Teil konkreter menschlicher Beziehungen. Und die können belastend oder bereichernd sein.


A.


Philosophieren ist unbefangener Umgang mit Lebenserfahrungen. Philsophieren ist nichts abgehobenes, das nur irgendwelchen großen Denkern vorbehalten ist. Es handelt sich um eine lebensweltliche Praxis, sich mit sich und der Welt auseinanderzusetzen.

Spannende Fragen wären:
Warum passen manche Menschen ihre Erfahrungsmöglichkeiten einem Weltbild an?
Warum entwickeln sie kein individuelles Weltbild aufgrund ihrer Erfahrungen und Auseinandersetzungen?


O jeeeee..... was für eine Diskussion, Anton und agnelli. Wie recht ihr habt!

Es ist leider so, dass in religiösen Gemeinschaften der gesunde Menschenverstand durch Ansichten und Rituale in den Hintergrund geraten, oder gar ausgeschaltet werden. Da darf gar nicht philosophiert werden!

In Spätregen hatte ich selbstverständlich keine eigene Meinung mehr, sie wurde mir von den Hauseltern und durch Prophetie schlichtweg genommen. Um mein Leben im Glaubenshaus aber dennoch so angenehm als möglich zu gestalten, habe ich meine Persönlichkeit den Hauseltern und ihren Regeln untergeordnet, und mich unterworfen in der Hoffnung, dass ich keine bösen Botschaften durch Prophetie bekomme. Man beschützt sich ja instinktiv selbst! Das klappte manchmal! Aber ich entfernte mich natürlich immer mehr von mir selbst und war zum Schluss nur noch eine gehorsame, leere Marionette, die manipuliert wurde. Ein individuelles, gesundes Weltbild war schlicht und einfach VERBOTEN! Solange es Prophetie geben wird, wird es leider auch so bleiben!

Es gab keine Philosophie und auch kein menschliches Miteinander. Nur Unterwerfung an Jesus Christus....Ich hatte Glaubenshauszeiten, da ging es NUR ums Beten und Putzen. Je genauer man putzte und je öfter man betete, desto besser war man bei den Verantwortlichen angesehen. So einfach war das, die typische Sekten-Hirarchie eben! Natürlich spielte da Angst eine Rolle. Blos nicht negativ auffallen. Und bitte nicht frei denken! Wer möchte schon von Jesus bzw. dem Propheten bestraft werden? Und immer gab es nur zwei Optionen, wie wir es auch letzte Woche bei den Zwölf Stämmen bei Maischberger gesehen haben: Himmel oder Hölle. Entrückung oder Zurückbleiben. Mehr gibts nicht.

Schön fand ich, dass 2013 der Prophet Martin Illig mit „Integrität und Transparenz“ im GnaKi Forum Hoffnung verbreitet hat. Aber daraus wurde nichts, es war leider nur ein kurzes, leeres Versprechen ohne Substanz. Das war wie der duftende Wurstzipfel, den uns Illig vor die Nase gehalten- und den er uns dann – o Wunder – wieder weggenommen hat. Das fand ich eine Superschweinerei. Durch diese Aktion bzw. Nichtaktion ist Illig unwahrscheinlich unglaubwürdig geworden, und erinnert an Politiker, die ihre Versprechen auch nicht halten.

Vor einigen Tagen stieß ich beim Surfen auf einen Zeitungsbericht von Südafrika. Da ging es um einen jungen Spätregen-Bruder, der in eine Verkehrskontrolle geraten war. Zwei Polizisten nahmen diesen Bruder in Gewahrsam, da sie in seinem Auto ein weisses Pulver gefunden hatten. Der Verdacht war natürlich harte Drogen! Der Bruder, er heisst übrigens „Kühn“ kam gerade von Jatniel, und erklärte den Polizisten, dass es Asche sei, und er bei Spätregen gelehrt wurde, die Asche jedesmal um sein Auto zu streuen, wann immer er sein Auto benutze. Wir kennen alle dieses Ritual! Der Bruder meinte es echt aufrichtig und erzählte den Polizisten vom Herrn und wie die Asche das Symbol der Niedrigkeit sei, und des Beschützens auf den Fahrten mit dem Auto.

Nun, der arme Bruder Kühn wurde von den Polizisten ausgelacht und mitgenommen. In der Polizeistation wurde er sieben Stunden festgehalten und sehr schlecht behandelt. Natürlich gab es dann eine Gerichtsverhandlung.

Dieser Vorfall hat den armen Bruder Kühn ganz gewaltig traumatisiert. Nicht nur das: Der Artikel sagt, dass er seine Missionarsziele an den Nagel hängen musste. Denn – und jetzt kommts - ein Großteil der Spätregen-Kirchengemeinde hat ihm den Rücken gekehrt, als gegen ihn Anklage erhoben wurde. Wen wundert das? Mich nicht!

Nun frage ich mich, warum der Kinderschänder Strauss von den Werkern gedeckt wurde, und das kleine Mädchen, welches er misbraucht hat, in den Augen der Werker selbst Schuld an ihrem Missbrauch hatte, da sie Strauss ja „rausgelockt“ hat? Und im Gegensatz dazu warum hat sich Spätregen gegen den armen Kühn gestellt, obwohl er doch das Spätregen Asche Ritual brav und gehorsam befolgt hat?

Es ist wie immer: Nicht nur Illig ist (wieder) Teil des kranken Systems geworden. Dieses System ist tatsächlich sooo krank, dass es die Ungerechten deckt und diejenigen, die seine Rituale gehorsam ausüben, verstößt!

Das ist unfassbar!


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Donnerstag 20. November 2014, 21:22 
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Beiträge: 96
Nachtrag:

Ich habe gestern noch etwas vergessen in Bezug auf die Geschichte von Brunder Machiel Kühn:

Der Richter gab Kühn (natürlich) recht. Der Staat, bzw die beiden Polizisten mussten ihm für sein erlittenes Trauma eine Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro (R 105.000) bezahlen. Der Südafrikanische Staat hat somit seine Schuld an dem Opfer Kühn beglichen.

SPÄTREGEN HINGEGEN hat weder Max Egger, noch allen anderen Kompensationen zukommen lassen und somit seine Schuld NICHT bezahlt und seine Pflicht NICHT getan. Nicht nur das, der arme Bruder Kühn hat im Glauben und in Gehorsam ein ziemlich bizarres Spätregen-Ritual angewandt und wurde von Spätregen auch noch bestraft. Das ist so schändlich, wirklich!!!!

Und da fällt mir noch etwas ein: wo waren denn die Propheten? Warum haben sie nicht rechtzeitig eingegriffen, nach dem Motto „rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.....schschschschhhhhh............ wahrlich ich sage euch Polizisten, Hände weg von meinem Kind, in dem Behälter ist WIRKLICH nur Asche?“ Der Spätregengott hat dem armen Bruder Kühn NICHT geholfen, und war nicht für sein Schäfchen da, als es in höchster Not den Schäfer gebraucht hätte. Nein, er, der Spätregengott und die Gemeinde haben ihn verlassen.

Haben sie ihn wieder aufgenommen, als klar wurde, dass Br. Kühn ganz und gar unschuldig ist? Das Ende dieser Geschichte ist mir nicht bekannt. Vielleicht weiss jemand darüber bescheid?!

Also ich wäre nicht wieder in so eine Gemeinde zurückgekehrt wenn mir das widerfahren wäre, niemals!


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. November 2014, 00:35 
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Registriert: Samstag 23. August 2014, 13:32
Beiträge: 54
Prima Beiträge Milkyway und Agnelli. Absolut.
Warum muss ich lachen bei all dem Elend?
Ihr schreibt die tatsächlichen Zustände so herrlich klar auf. So trocken und mit berechtigter Ironie, die solchen Wahnsinn wie andocken finsterer Mächte ans Autoblech bewusst überziehen...

Beste Grüße,
Emil


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. November 2014, 17:46 
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Beiträge: 96
agnelli hat geschrieben:
“The blood of Jesus” by A.V. Krige, S. 17:
ENGLISCH
“ the blood was also shed as a weapon against the enemies. .”

DEUTSCH
"das Blut Jesu auch als Waffe gegen die Feinde vergossen. "

Tja, das ist beängstigend, eigentlich, und lässt mich ganz automatisch an Krieg denken. Viele Religionen fühlen sich im Recht andersdenkende mit Waffen zu bekämpfen.

agnelli hat geschrieben:
Spätregen hat erkannt, dass in Deutschland solche Dinge kaum durchgehen. Deshalb verschleiern sie das, was sie tatsächlich glauben vor der Öffentlichkeit - und nennen sich "Evangelische Freikirche". Upps, Prophet Martin Illig, und Fred le Roux (südafr. Glaubenshausleiter Libanon, Beilstein) was ist das jetzt: die evangelisch Freiheit eines Christenmenschen oder ein Spinnennetz aus wirren Glaubensvorstellungen und Ritualen?


Das Letztere Agnelli, das letztere!


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 22. November 2014, 23:11 
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Registriert: Samstag 23. August 2014, 13:32
Beiträge: 54
agnelli hat geschrieben:
Also emil wir saugen uns das ja nicht aus dem Finger!

Nein, natürlich nicht. Mir ist schon klar, dass "euer Lieferant" Spätregen heisst ;-).

agnelli hat geschrieben:
DEUTSCH
"Der HERR hat uns auch gelehrt (= durch die Prophetischen Botschaften der SR-Propheten) und uns davor gewarnt, kein Auto zu besteigen ohne ein durch Ausbekennen (=Beichte) gereinigtes Herz. Zusätzlich muss man gewissenhaft das Blut Jesu ums/über und durch das Auto vor dem Losfahren bringen. Dem haben einige Leute widersprochen, denen ihre eigene Meinung wichtiger ist, als sich vom unfehlbaren Heiligen Geist in alle Wahrheit führen und lehren zu lassen (=z.B. durch prophetische Botschaften). Sie mögen Recht haben, aber gleichzeitig wurde das Blut Jesu auch als Waffe gegen die Feinde vergossen. Es ist eine Tatsache, dass darüber hinaus sich alle möglichen Geister bei der kleinsten Gelegenheit einschleichen, sich einnisten oder ankleben, was sich ihnen gerade anbietet um ihre Chance abzuwarten, den Unaufmerksamen zu überwältigen. Man verscheucht diese Geister wieder aus ihren Verstecken, in dem man das Blut Jesu bringt. Wo man dies praktiziert, wird die Autofahrt angenehm und erfolgreich, weil wir dadurch vor Gefahren und Unfällen und sogar vor Reifenpannen und anderen ärgerlichen Zwischenfällen geschützt werden. Wird das vernachlässigt, können allzu leicht Uneinigkeit, Missverständnisse und Konflikte entstehen und wir setzen uns mit höchster Wahrscheinlichkeit Unglücken und ärgerlichen Zwischenfällen aus. Die Erfahrung hat das immer wieder bestätigt."


Einfach Wahnsinn! Einfältiger und irrsinniger Wahnsinn. Ich fahre viel Auto, mach das alles nicht und habe ständig angenehme Autofahrten ohne solche Zwischenfälle. Wie sie mit den billigen Methoden oder Prinzipien der selbsterfüllenden Prophezeiungen arbeiten ist schon phänomenal.
Das hier..."Es ist eine Tatsache, dass darüber hinaus sich alle möglichen Geister bei der kleinsten Gelegenheit einschleichen, sich einnisten oder ankleben, was sich ihnen gerade anbietet um ihre Chance abzuwarten, den Unaufmerksamen zu überwältigen" bringt mich wieder voll zum Lachen. Ich krieg mich da nicht mehr und frag mich heute ernsthaft wie Leute das ernstnehmen können.


agnelli hat geschrieben:
Zum Verständnis: "Blutbringen" läuft gleichzeitig mit dem Aschestreuen, ist also die Gebetsformel, die Kühn während des Aschestreuens gesprochen hat. Das Verhalten der chaotischen Polizisten fällt wohl unter „and other adversities“ (=andere ärgerliche Zwischenfälle). Warum kam es trotz Blutbringen/Aschestreuen zu dem Zwischenfall? Technische Probleme, wie falsches Streuen, verstopfte Streulöcher oder undeutliches Aussprechen der kultischen Formel des Blutanrufens lassen wir außen vor. Spätregens Hintertürchen, mit dem sie sich beim Eintreten eines Unglückes trotz Einhalten des Rituales herausreden können, steht im ersten Satz: er hat sein Herz nicht ausreichend ausbekannt, also durch Beichte vollständig gereinigt (=Aussprechen aller Sünden vor einem Beichtvater). Somit ist Kühn selbst schuld. So wie immer in Spätregen: der Spätregenchrist sitzt glaubensmäßig immer in der Falle, egal was passiert, er ist immer selbst schuld.


Agnelli, das meinte ich mit Ironie und so... "Technische Probleme, wie falsches Streuen, verstopfte Streulöcher oder undeutliches Aussprechen der kultischen Formel des Blutanrufens lassen wir außen vor" - herrlich! Einfach herrlich... falsches Streuen, verstopfte Streulöcher... ich muss da einfach sehr lachen...

agnelli hat geschrieben:
Die Südafrikaner stehen wenigstens zu dem was sie glauben und praktizieren. Dort kanns jeder nachlesen, auf afrikaans und englisch.

Sie sind aber doch auch nicht weniger gebildet. Wie kommt's, dass dort offener mit den merk- und fragwürdigen Ritualen umgegangen wird?

Beste Grüße,
Emil


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 Betreff des Beitrags: Re: Geistiger Missbrauch?
Ungelesener BeitragVerfasst: Samstag 29. November 2014, 20:20 
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Beiträge: 151
Genau
Zitat:
das afrikanische kulturelle Umfeld.

Wenn man so hinhört, wird bei Nachrichten immer wieder von "den Weissen" und andrerseits von der "Schwarzen Bevölkerung" gesprochen.

Entweder weiss es kaum jemand oder es wird bewusst verschwiegen:
In Südafrika leben ca. 160 unterschiedliche Stämme oder Sprachgruppen.

Und jede davon hat sicher irgendwelche Götter, an die sie glauben, oder Rituale, die sie praktizieren.
Die Gefahr ist also naheliegend, dass so ein Umfeld Auswirkungen auch auf Weisse hat.
Und dass sie diesen Ritualen "Gegenrituale" gegenüberstellen, wodurch sie sich dann offensichtlich von den andern unterscheiden. Anders sein. Ohne Worte.
Zitat:
Auch die Entstehung blutsmagischer Vorstellungen, Sack- und Asche Rituale, Geisterweltvorstellungen und -praktiken entstammen vielleicht dieser Welt. SRs Gründergeneration war eben auch durch afrikanische kultische Einflüsse geprägt.
Die Gefahr besteht auch, dass in einer geistlichen Welt, wo Propheten in der Hierarchie zuoberst sind, und wo man sich einbilden kann, was immer einem passt, solche "sogenannte Lehren des Heiligen Geistes" (ob das nun zutrifft oder nicht!) produziert werden, vielleicht aus sehr zweifelhaften Motiven (z.B. Parteilichkeit, Minderachtung anderer Gläubiger, Perfektionismus, Leistungsdrang), um Gott durch Erfüllung von Geboten besser zu gefallen als andere IHM gefallen, die das nicht tun, nicht tun wollen oder das überhaupt nicht kennen.
Letztere sind dann eben rückständig in der Erkenntnis und erfüllen nicht die Voraussetzungen, um in den Kreis der SR-Heiligen aufgenommen werden zu können.

In Europa kam das damals auch so rüber, dass folgende Punkte unbedingt notwendig seien:

1. Jegliche Sünden vor dem Autofahren ausbekennen. Es könnte dein letzter Tag sein. (Wie wenn autofahren die gefährlichste Tätigkeit überhaupt sei!)

2. Vor dem Wegfahren mind. 1 x und wenn sich das gut verkauft, sogar mit dem Sack und der Asche ums Auto gehen. 7 x um's Auto gehen ergibt einen noch perfekteren Schutz als 1 x! Da lohnt sich doch jede Mühe. . .

3. Unter keinen Umständen schneller als 120 km/h fahren, da die mitfahrenden Engel sonst das Auto verlassen würden.

Als ich dann einmal hörte, dass ein Ehepaar aus Libanon mit 2 jungen Sussies einer andern Familie aus Norddeutschland (auf den Rücksitzen) in einen Unfall mit Schleudertraumas verwickelt wurde oder verursachte, gab mir das schon zu denken in dem Sinn, dass jetzt Gott seinen Schutz versagt habe, obwohl doch seine eigenen Kinder alles getan hatten, was ER von ihnen verlangte.
Nun, ich wurde in SR kaum je gelehrt, über etwas nach zu denken. Und solche Überlegungen durfte man am besten auch in Bekenntnissen nicht äussern, weil man sonst dem Heiligen Geist zu nahe getreten wäre und obendrein noch ein Donnerwetter durch einen SR-Gesalbten riskiert hätte, was einem sehr unangenehm war, obwohl man mit der Ursache, die zu diesem Unfall führte, absolut nichts zu tun hatte.
Du bist eben schuldig, nicht weil du schuldig bist, sondern weil du dir erlaubtest, über die GRÜNDE nach zu denken, die zu diesem Unfall geführt haben könnten.

Ein diskretes Lächeln erfasst mich hin und wieder, wenn bei einer Gelegenheit zufällig über solche Dinge ein paar Worte geredet werden. Und ich denke dankbar daran:
The game is over! Aus dem Westen nichts Neues! Tempi passati! Rien ne va plus!
Vergeet maar die verlede - saam met die valse leraars!

Kaleb


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